CO2-Entfernung: Climeworks startet Anlage in Island und zeigt erstmals eine Lösung zur CO2-Entfernung mit Direct Air Capture
CO2-Entfernung: Climeworks startet Anlage in Island und zeigt erstmals eine Lösung zur CO2-Entfernung mit Direct Air Capture

CO2-Entfernung: Climeworks startet Anlage in Island und zeigt erstmals eine Lösung zur CO2-Entfernung mit Direct Air Capture

Hellisheidi Power Plant

Climeworks hat sich mit dem Energieversorger Reykjavik Energy verbündet, um weltweit einmalig Direct Air Capture (DAC)-Technologie mit sicherer, dauerhafter geologischer Speicherung zu kombinieren (CO2-Entfernung). Als Teil des Forschungsprojekts CarbFIx2 wird das Schweizer Cleantech-Unternehmen eine sichere, ökonomische und hoch skalierbare Technologie zur CO2-Beseitigung demonstrieren. Solche Lösungen gelten als entscheidend, um die Klimaziele zu erreichen.

Gemanagt wird das Projet zur CO2-Entfernung  im Rahmen von Horizon 2020 von der EU geförderte Vorhaben an einem der größten Geothermie-Kraftwerke der Welt von Reykjavik Energy. In Hellisheidi wird bereits CO2 aus anderen Quellen mineralisiert. Das DAC-Modul von Climeworks ist auf dem Gelände des Kraftwerks installiert worden und ermöglicht nun CO2 direkt aus der Umgebungsluft sicher zu speichern, um das Gas der Atmosphäre zu entziehen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass das 2-Grad-Klimaziel nicht ohne Nutzung solcher Technologien möglich ist. Auch deshalb ist davon auszugehen, dass entsprechende Lösungen ein wichtiges Thema im Rahmen der UN-Klimakonferenz COP23 im November in Bonn sein werden.

Herzstück der DAC-Technologie ist die innovative und weltweit patentierte Filterstruktur. Während der Filterung sammelt sich das CO2 chemisch an der Oberfläche des Filters. Ist die Sättigung eingetreten, wird das CO2 bei einer Temperatur von ca. 100 Grad Celsius gelöst und das hochreine Gas freigesetzt.

CO2-Entferung durch Speicherung 700 Meter unter der Erde

Mit der Pilotanlage in Island wird CO2 direkt aus der Umgebungsluft gefiltert und – in Wasser gebunden – über 700 Meter in den Untergrund geleitet. Dort im Basaltboden kann das sprudelnde Gemisch aufgrund hohen Drucks und hoher Temperaturen nicht entweichen. Stattdessen reagiert es mit dem Basalt. In weniger als zwei Jahren wandelt sich das CO2 zu festen Mineralien. Während der Testphase der Anlage zur CO2-Entfernung wird vor allem untersucht, wie DAC auf die spezifischen Wetterverhältnisse im Südwesten Islands reagiert.

Mit der Beteiligung am CarbFix2-Projekt zeigt Climeworks nun den zweiten Anwendungsfall für seine DAC-Technologie. Einige Monate zuvor hatte das Unternehmen die weltweit erste, kommerzielle CO2-Filteranlage in Hinwil in der Schweiz in Betrieb genommen. Dort werden 900 Tonnen CO2 aus der Atmosphäre gefiltert und an ein angrenzendes Gewächshaus als Dünger verkauft.

Climeworks Island

Chrostoph Gebald und Jan Wurzbacher vor der weltweit einzigartigen Anlage in Island. (Foto: Climeworks / Zev Starr-Tambor)

Christoph Gebald, Mitgründer und CEO von Climeworks:

Das Potenzial zur Skalierung unserer Technologie in Kombination mit CO2-Speicherung ist gewaltig. Und das nicht nur hier in Island, sondern in vielen anderen Regionen mit ähnlichen Gesteinsformationen. Unser Plan ist es, Kohlenstoffdioxid-Entfernung an Einzelpersonen, Unternehmen und Organisationen zu veräußern, um deren unvermeidbare Emissionen zu adressieren.

CarbFix-Projektleiterin Edda Sif Aradóttir von Reykjavik Energy:

Wir haben CarbFix ins Leben gerufen und den Beweis erbracht, dass das Klimagas dauerhaft mineralisiert werden kann. Durch die Imitation natürlicher Prozesse geschieht das in weniger als zwei Jahren. Mit der Integration der Climeworks-Technologie haben wir eine Lösung, die unabhängig von Emissionsquellen überall dort einsetzbar ist, wo es Basaltgestein gibt. Das ist wichtig, um den CarbFix-Ansatz weltweit zu skalieren.


Das CarbFix2-Projekt

CarbFix2 wird im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 der Europäischen Union (Fördervertragsnummer 764760) finanziell unterstützt. Geleitet wird das Projekt von Reykjavik Energy (Island). Weitere Partner sind die Universität von Island, CNRS (Toulouse, Frankreich) und Amphos 21 (Barcelona, Spanien).

Über Climeworks

Climeworks filtert CO2 effizient aus der Umgebungsluft mit der weltweit ersten, kommerziellen Technologie zur CO2-Abscheidung. Die modulare Direct Air Capture Technologie entfernt CO2 aus der Atmosphäre, um Kunden zu beliefern und den Weg in eine Zukunft mit Negativen Emissionen frei zu machen. Erst kürzlich hatte Climeworks die weltweit erste, kommerzielle CO2-Filteranlage im schweizerischen Hinwil in Betrieb genommen, die das gefilterte Gas direkt an einen Kunden – einen Gewächshausbetreiber in der Nähe von Zürich – verkauft.

Die Direct Air Capture-Technologie kann in Verbindung mit CO2-Speicherung zur Schaffung negativer Emissionen verwendet werden, die für die Erreichung der internationalen Klimaziele notwendig sind. Im Vergleich zu anderen Abscheidetechnologien ist die DAC-Technologie unabhängig von landwirtschaftlichen Flächen, hat einen kleinen Fussabdruck und ist ohne Einschränkungen skalierbar.

Mittelfristiges Ziel von Climeworks ist es, ein Prozent der globalen CO2-Emissionen im Jahr 2025 aus der Luft zu filtern. Seit der Gründung im Jahr 2009 durch die Ingenieure Christoph Gebald und Jan Wurzbacher hat Climeworks ein Team aus hochkarätigen Experten, eine exzellente Testumgebung und Produktionskapazitäten aufgebaut.